"die Poesie ist ein Moloch ... in ihren
glühenden Armen verbrennen ..."
Friedrich Hebbel
Unterm Strich
99% von allem möglichem ist Schrott.
1% des Unaufhörlichen ist Gott.
Was willst du,
Heilige Kuh?
Im Kopf die Melodie
für immer oder nie,
die dich in den Tod begleitet,
oder in den kleinen,
den Himmel voller Geigen.
Die Seele wiegt eine Unze
von 1% vom letzten Stand
des Dings an sich,
das abzuspritzen droht
knallrot
beim Singen
unter Klingen.
Zerstörung unsere Muse,
Zerstörung unsere Beatrice,
Zerstörung unsere Eurydice,
die im Hades
Marquis de Sades
auf den erlösenden Augenblick harrt,
der sie endgültig verscharrt.
Rechnen wir ab
mit unseren Defekten,
um die Lage zu begreifen
und uns selbst
im aristokratischen Geblüt
unseres Gemüts
wie im proletarischen Boden
unserer Hoden.
Die Musik der Sphären,
schön wie der Tod,
schön wie das Begehren,
das Begehren nach Brot.
Susan Sontag
Grelle Klänge von Fagotts
explodieren im Orkus.
Spielarten des Amoks
infizieren den Korpus.
Gott ist tot,
Freiheit für Brot.
Maho, Moha,
KO der Stoa.
Nacht vor den Augen
flammende Streifen.
Der Tag vergeht im Licht.
Die Glieder versteifen.
Jesus Zombie,
Leiche im Kombi.
Moha, Maho,
Terror Tataro.
Der Kopf stürzt vom Nacken,
gesprengt von der Sonne.
Die Schatten der Makaken
rotieren in der Tonne.
Amok Buddha,
Heim zu Muddha.
Maho, Moha,
Steck sie ins Kloa,
Schoschanna Schoah!
Assasino.
Sarrazino.
TürkeJudeNaziSchwein!
Lieber Gott, laß mich allein!
Lieber Gott, laß sie verrecken!
FliegenMückenSchabenZecken!
Assasino.
Sarrazino.
Heure fauve
Fenster öffnen sich
ins Jenseits,
Fenster öffnen sich
ins Herz der Welt;
der melancholische
Todessong
eines brennenden
Kleides
weht dich an,
orphisch zu
schluchzen,
eurydikisch
zermalmt
im Walzwerk
der Zeit;
war ich oder
werde ich sein,
hinter der
Brüstung,
auf dem Stein,
stürzend
Hals über Kopf
in verschwimmenden
Schaum,
recherchierend
nach verlorenem
Traum.
Gehüllt in Coronas unheilschwangerer apocalyptischer Jungfrauen entzünden sich Exmönche zu Übermenschen ewiger Wiederkehren der Unordnungen im Schädel platzen Wunden funkelnder Furunkeln, Feind dem Souverän, den Anstandshunden
Die Welt ein Capriccio.
Der liebe Gott ein Schizo.
Der liebe Gott ein Statist,
der sich klammheimlich verpißt!
Die Welt ein Capriccio.
Der liebe Gott ein Schizo.
Geht mir aus der Sonne.
Ich bleib in der Tonne.
Acedia, Acedia, Acedia
Klassischer Tod in der Wanne.
Marat, hoch die Kanne!
Marat, juckt das Geschwür?
Marat, nehmen sie das dafür!
Klassischer Tod in der Wanne.
Hoch die Kanne!
Geht mir aus der Sonne.
Ich bleib in der Tonne.
Acedia, Acedia, Acedia
Hoch die Röcke dem Pfaff!
Zieht ihm die Beine straff!
Zieht ihm die Hosen aus!
Auf Teufel komm raus!
Hoch die Röcke dem Pfaff!
Zieht ihm die Beine straff!
Geht mir aus der Sonne.
Ich bleib in der Tonne.
Acedia, Acedia, Acedia
Ein Mönch verbrennt sich,
flammt auf als Stich,
flammt auf als Kohle,
Gott zum Wohle!
Ein Mönch verbrennt sich,
flammt auf als Stich.
Geht mir aus der Sonne.
Ich bleib in der Tonne.
Acedia, Acedia, Acedia
Tschatschatchatschatschatschaschal.
Apocalypsomusikal.
Apocalyptisches Gelüst.
Tragödie und Blutgerüst.
Tschatschatschatschatschatschaschal.
Apocalypsomusikal.
Geht mir aus der Sonne.
Ich komm aus der Tonne.
Acedia, Acedia, Acedia
L´autre amant
1. Kubistische Schlamassel
"Wiederkehr der Totems"
Giulio Evola
Bestimmte Formulierungen des späten Hitlers (Testament, letzte Diktate an Bormann) rekurrieren auf Richard Wagners Protestschrift gegen Vivisektion im Dienst der Wissenschaft*. Selbst bei diesem Jünger und Apostel Wagners spricht nichts gegen ursprünglich wohlwollende Gesinnungen. Homo sapiens, beinahe DER PERFEKTE SCHÄDLING, fühlt sich von Schädlingen auch bereits moralisch bedroht. IRGENDWO MUSS MAN SCHLIESSLICH EINE LINIE ZIEHEN! Problematisch in einer konturlos morbiden Welt, in der jede Linie als eiskalte Abstraktion ins Auge schneidet! Im Spiegel entgleisen Züge im Maelstrom der Endstationen. Traumatische Schockstarre seit dem Tod Gottes im Urknall. Fluch und Segen: Da man allen theoretischen Abrechnungen zum Trotz, schlecht erforschbaren Psychomechanismen gehorsam, scheinbar zwangsläufig einen, von Kritik ausgenommenen, Favoriten haben wird, entgeht mit nahezu tödlicher Sicherheit für immerdar ein Exemplar den Säuberungen. "Auch ich habe einen Juden gerettet!" Nach wie vor konsekriert die Erfahrung der Widernatürlichkeit jedes Massaker. Alle Verzeichnungen und Durchstreichungen überschneiden sich im Unendlichen, Schrottplatz der Geschichte, die, wenn sie Wind bekommt, neue Tiere aus dem Jenseits züchtet, und eher als Hunde-, Katzenartige, Synonyme der Untreue, die ihre Halter verschlingen, wenn sie nicht pünktlich gefüttert werden.
*
2. Endi W.s Dilemma 3. In memoriam Prince Symbol
So will er nicht mehr Et voilá!
weiterleben. Die Natur Das Leben teuer,
H N 1 und Ebola
dreht sich auf der Lauf- schemenhaft am Steuer.
bahn der ewigen Wieder-
Kurs Konkurs:
kehr im Kreis. Mündet Der Tand wird aufgewertet,
so der Mahlstrom, oder bis des freien Marktes
letzter Stand verhärtet
hakt bloß die Nadel? Der
Andere zerfetzt im Spiegel sich zum Stoß,
zum dicken Kopf.
den massenreproduzierenden Crash durch den Spiegel
Laichnam. Er fällt, - die deine Fratze!
Musik nervt sowieso weiter -, Rasier das Moos,
ihm in den Arm, und macht schneid ab den Zopf!
Zergeh, Schokoriegel,
eine Blitzlichtaufnahme fürs auf der Zunge der Katze!
private Fotoalbum.
* Offenes Schreiben an Ernst von Weber, Verfasser der Schrift "Die Folterkammern der Wissenschaft" , (Über die Vivisektion), Bayreuther Blätter, Oktober 1879
A scanner darkly
Allah,
Hare Krischna.
Put me behind the black screen.
Have you them seen.
Last breath
I desire.
Death my messiah.
Piss off Mary.
Let me be me.
Cancer my first love.
Allah,
Hare Krischna.
Put-on Berlin.
Keep the town clean.
Rudolf Hess
I admire
in front battery.
Let him run free.
Cancer my first love.
Allah,
Hare Krischna.
Put to my eyes a keen.
Do it real mean.
Figure of chess,
I retire.
Swallow myre.
Allergy cherie.
Skorbut, Berri-Berri.
Cancer my first love.
Allah,
Hare Krischna.
Inhale Sarin.
Blue faced marin.
Prince charming,
your friar.
Put his heart to briar.
Decide to be
le dernier cri.
Cancer my first love.
Allah,
Hare Krischna.
Put to my eye a keen.
There´s nothing to be seen.
Last breath
I desire.
Death my messiah.
Piss off Mary.
Let me be me.
Cancer my first love.
Blanco White
In den
Gängen des Labyrinths
der Zitadelle
tanzen
Blindgänger
mit
Ausgelutschten.
Nach 1000
und 1 rutscht
die Hand aus.
(Wider
die Eng
führung
im schwarzen
Tango,
die den
schwarzen
Tanga
zerreißt,
einen frommen
Wunsch der
Sehnsucht
nach
Wer weiß,
wann man irrt?
*
Kunst kommt von Korruption,
Verstellung und -tuschung
Angetanen, Ungezogenen,
Verstrahlten. Die verspiegelte
Brille fällt aus den Angeln. "Multi-
fokaler Blick läßt kreiseln mein
Genick"* in Löcher, daß Eurydike
oder Galahad erscheine!
(Nach, selten oder nie reibungslos
stattfindender, Ablösung flügellahm
in Ruhestand.)
* Heißenbüttel
*
... DER HEXE
zelebrieren die
Gefeuerten den
Feierabend
JENSEITS DER
SCHRANKE
konventioneller
Gepflogenheiten
Wohlmeinender
entbrennt der
Kampf um
DIE GUNST
DER GÖTTER
humpelt von Nord
nach Süd, zu
riechen den Braten
NACH VERBR
ENNUNG ...
*
Am Rand
der Nacht,
am Ende
der Zeit
hauen
die Henker
in den Sack,
verzehren
den Rest
vom Schützen-
fest, die
universelle
Novelle winkt
mit dem
Zaunphahl
universeller
Arbeitslosigkeit.
"Antreten
zum Jüngsten
Gericht und
Papiere bereit-
halten!"
DEMNÄCHST
IN DIESEM
KINO
STIRB gemäß den Satzungen des BUSCHIDO!
Hinter der Komödie
lauert das Grauen.
Ödi puss pödie.
Die Psyche versauen.
Börsenkräche toter Seelen.
Geisterhände würgen Kehlen.
Drecksbildspektakel,
gut für`n Lacher.
Mediententakel.
Schwelbrandentfacher.
"Ist halt so!", "Kann man nichts machen."
Spür die Handgelenke krachen.
Hart anner Kante.
Am seidnen Faden.
Presto andante,
reif für die Maden,
Sprich die Sprachen der Verlierer.
Werd zum Objekt der Vertierer.
die Fäulnis, den Schimmel,
Prolet, Pöbel, Plebs.
Letzte Auffahrt zum Himmel.
Pest, Asthma, Kreps.
Filzlaus, Ratte, räudiger Köter.
Analgefickte Schwerenöter.
Cholera
Oscar Pistorius
"Bladerunner" sagte sie. "Ich bin doch
keine Maschine!" er.
Phlegma
Corrida
Ein schönes, stolzes Tier
geweiht dem Zahn der Zeit,
verdammt zu verrotten
im Zenith des Zynismus
unbegreiflicher Schuld,
betäubt vor Schmerz,
der dir als Träne
ins Auge schießt
im letzten Frösteln
des Voyeurismus.
Bitte laden Sie hier das Foto
der gesuchten Person hoch!
Sanguis
#me too
Daß es nicht auf Größe
ankommt, behaupten
zu-kurz-Gekommene,
die im falschen Film
gelandet sind, gerne.
Die Klassen bleiben
unter sich, unter jeden
Deckel paßt ein Topf,
unter jeden Pygmäen
eine Pygmänin, unter jeden
Jesus ein Judas. Schlichte
Frage des Dialekts, der
Dialektik: Raucher*innen
blasen besser, sehen aber
schlechter aus.
Melancholia
TVtribun
Heulen und Zähneklappern im mono
thematischen Schmierentheater der
Grausamkeit, genannt Trauma der
Hypochondrie, die auf dem Zahnfleisch
geht wie auf den Nerv des kompromittierten
Publikums, das diese Töne satt hat, sofern sie
nicht so lieblich wie die zarten Zungen reizender Chorknaben oder -knäbinnen klingen. Steck Dir wenigstens ein paar Blumen in die Höhlen,
Schädel, alter Kommunist!
Endi W.s Dilemma
Zwischen Schocktherapie
u. Elektrosmog gibt es
nur einen Elektrischen
Stuhl, aber unzählige
M. Monroes, J. Kennedys,
H. Kohls, J. Beuys usw.
Der Künstler "mag er
auch zu Übertreibungen
neigen, in der Folter
schätzt er die Dinge
richtig ein"*, Spannung
vorausgesetzt.
* Rene Char
Ars vincent omnis
Der Sirenenstrom
der Musik schmilzt
die unpassenden
Worte. Die brechen
in sonnigen Fieber
kurven ins Panzer
glas der Knäste
zu Henkersmahl
zeiten der Sonnen
blumen, die du als
Krösus küßt, um
dich in Bernstein
einzuschließen,
oder um Goldregen
auf die Knechte
deiner Folter zu
schmeißen, wenn
des Verwesens
Luftzug die roten
Nachmittagsstunden
einäschert.
Julia T.
(Le dedähn de la pütähn)
Sondierende Blicke taxieren
protolukrative Objekte.
Übervorteilte diskutieren
später die Gründung einer
orthodox-puritanischen Sekte,
Kantabile debile
Armleuchter,
molto gentile
Anusbefeuchter
denn galante Garnelen aus Übersee
finden Normalverbraucher meist zum Kotzen,
negative Feelings gegen alles ab Spree.
"Schwarzmeerflotte, Ostblockfotzen,
Kakerlakenselbstmord,
Kanakenvut,
Nekropolenrapport,
marodierende Glut
wie von Malewitsch gemalte
Schatten um die Augen,
mit Geld und Hepatitis bezahlte
Flaschenhälse, die lecken und saugen."
Strangulierter Ephebe
tastet nach Riemen,
ausgespienes Leben
röchelt durch Kiemen
Moral: Fata Morganas wirken nur
auf den ersten Blick artifiziell-ästhetisch.
Dann blicken grelle Make-Ups stur,
als wären sie hypermateriell und häretisch.
Bei verhängter Scheuklappe
elektrisierte Raserei.
Die oder der Atrappe
quirlt auf ein Ei.
Gebet um Blindheit
Ein Kreuz rechts,
ein Kreuz links.
Liebe macht blind
auf beiden Augen,
Höhlen, die saugen
Kreuz in die Mitte,
neben die Titte rechts,
Kreuz in die Mitte,
neben die Titte links.
Feel, how it stings!
One cross right,
One cross left,
Love makes blind.
Get behind
th'cross in the middle,
between the tits!
See, how it fits!
Push button right!
Turn down the lights!
Push button left!
See the bereft!
Let's get ripe
for the theft
of the eyes!
Feel the shaft
between your thighs!
Fühl wie es sticht,
Stacheln in Augen,
Höhlen die saugen,
Balken im Grund!
Dir wird weh,
Dir wird wund!
Spür mein Wudu,
Kuh du, Kuh du!
Fick dich, Europa,
von Cabana Copa
in die Bucht der Schweine,
zwischen die Brüste,
zwischen die Beine!
Totoscheindämokratie,
Eli Lama asabthani!
Ein Kreuz rechts,
ein Kreuz links.
Liebe macht blind
auf beiden Augen,
Höhlen, die saugen,
Balken im Grund.
Die Hündin dem Hund.
Esperanto der Noten.
Impression der Betuchten.
Europa der Quoten.
Express der Verfluchten.
Suenato der Ruten.
Warum gab
uns Gott
die Hände,
wenn de
nn nicht
z. Daumn
drehn? Der
Homo post
histericus
- Hail Hawhaw
Hawking! - hat
weder Fuß
noch Hand
noch Handi
nötig: Beim
lechztn Zug
verpixelt der
Goldboden,
u. man macht
aus deutschn
Eichen keine
Galgen für
die Reichen,
od., H. Hei
ne*
?
* "Darum macht man aus deutschen Eichen keine Galgen für die Reichen."
Heinrich Heine, Kleiner Katechismus
Udo, ein Mädchen aus Ost-Berlin
Eh, bisse wirr?
Pfoten von meinm Bier!
Hey, sieh meine schwarze Brille.
Nimm ne blaue Pille.
Geh mir aus der Socke, Mann!
Ich rasier dir die Locke!
Scheiß Existenzängste.
Black Holes, allerengste.
Bisn Eiskalter, wah?
Halt mal das Maul, Alter!
Ich kriech gleich`n Harten
vom langen Warten.
Mach die Fliege, eh!
Gleich kriechse Kriege!
Ich steh auf entzündete Lunten.
Bisse lieber oben oder unten?
Piss off, Fuck!
Verpiss dich, Drecksack!
Kapazität 10 000
Unwillkommner Gast,
du hast deinen Lohn verprasst!
Parasit, Schmarotzer,
bist'n Gossenkotzer!
Nassauer, Lauschepper,
schlapp, schlapper, schläpper!
Dreckskerl, Gesindel,
am Dach fehlt ne Spindel!
Am Busen der Natur,
im Anus der Welt,
unterm Zeigefinger Gottes,
mit dem bras d'honneur.
Ticks, Ticks, Ticks, Porno-
comic übelster Couleur.
Vollidiot, Chaot,
im Hirn voll marod!
Asoziales Element,
friß dein Exkrement!
Kleinwüchsiger Bettnässer,
Auf-den-Nerv -Geher, Stresser!
Eitel, eitel wie ein Pfau,
altkluge Drecksau!
Der Blick verengt sich
auf ein Schreißhausklischee.
"Mohammeds Arschhaar, Christus-
stradivari"* dringt die Stimme
aus der Dada-Soirée.
Leistung muß sich wieder lohnen!
Geh, friß blaue saure Bohnen!
Geh, schluck Dynamit!
Komm, verschluck das Zyanid!
Cyklon, Cyklon, Cyklon B.,
alles, alles tut dir weh!
Cyklon, Cyklon, Cyklon B.,
alles, alles ist ok!
Erst kommt das Kotzen,
dann kommt die Moral.
Schwänze und Fotzen
verenden im Choral.
* Francis Picabia
Sein und Zeit
Oben turnen
Strichmännchen.
Unten knapp
vor stygischer
Finsternis jihad
isch empor
quellende Arche
typen erüb
rigen Hand
langer und
schaffen Jünger
fort zu Palimp
sesten eitler Kunst
stile manichäischer
Sakralbauten:
Guter Bulle
im Fadenkreuz,
böser Bulle auf
Koordinatenstrich,
letztes Überwach
ungskameralicht
entzündet Brünhilds
Scheiterhaufen
x-karätig
im Kristall,
y-bärtig
im Knall
zerfall
ender
Konfi
türen.
"der Anus gelb wie ein Chinese"*
Noch eine Praline? Bitte sehr!
Dient uns *Guillaume Appolinaire
(Lettres à Lou)
expressis verbale Unart,
als Signal für Start
zu weitschweifiger Philosophie,
Exkurs über Koprophagie
postmodernpossierlichpseudigen
Versammlungen von räudigen
exkrementverzehrenden Arschlöchern,
im Röntgenbild knöchern
Es nach Jung, Heideggersches Gestell,
vibrierend unterm Gebell
Pawlowscher Scheißhausköter?
Alle Achtung! Im Niedergang röter
- Hämoridialblutung auf Makulatur -
strahlt die Sonne der Kultur.
Adolf und
Ich schlage Frauen,
Verkörperung vom Grauen!
Ich vergewaltige gern,
dring vor bis zum Kern,
schlag dir ins Gesicht,
du hast nur wenig Gewicht
und fällst um;
ich nehm dich von hintenrum!
Verdammte Fotze,
mir kommt die Kotze!
Scheiß-Nutte,
übern Kopf die Kutte,
bis du blau wirst
und keuchend nach Luft gierst!
Elendes Weibsstück verreck,
Visage im Dreck!
Nieder mit den Fotzen des Feminismus!
Schluß mit dem Humanismus!
Feuer frei!
No Woman, no Cry!
Eva
Wir hassen Männer,
tun sie in den Spänner,
geben ihnen die Sporen,
laden sie in feurige Loren,
machen sie zu Sklaven,
zu gemütskranken Slaven,
lechzend nach unserem Blick,
führen sie rum am Strick,
Objekte unserer Lust,
Prügelknaben unserem Frust,
jämmerliche Knaben,
die Dreck von Stiefeln schaben,
mit Zungen, die lecken
und sich in Schleimhäuten recken,
bis diese fluten
wie roßige Stuten.
Gebt den Hengsten die Knuten!
Peitscht sie mit brennenden Ruten!
Reißt ab die Köpfe den Guten,
als wären es Puten!
"peau de balle"
(Duchamp)
Schuld und Sühne
nach Heraklit.
Selbst präzisester
Schnitt vibriert
verbrannter Erden
Erben in Kerb
en, Potlatsch der
Prunksucht, Rum
schluck, der rums
chlug Umschlag
der Umschläge
permanenter Rota
tion, Maelstrom
KZtration; Laffen
gaffen auf Planet
der Affen, Homo
sapiens, Montage
der Karambolage
gehirnamputierter
Glaubensbekenn
tnisse verdammter
Dichter: Allah k
erim cré nom
www.hodensack.com
*
Bericht für eine Akademie
Der Schizophrene lädt Objekte mit seinen Wünschen auf, tut so als ob, ohne jede Rücksicht auf das, was man den guten Ton nennt: Anstand, gesellschaftliche Konventionen, in deren Rahmen er durchaus noch - harmloser Irrer! - zu funktionieren versteht. So werden rituelle Fetischisierungen in aller - provokativ ignorierten - Öffentlichkeit zur heiligen Tabuzone intimer Spleens. Wer weiß schon, ob der Wahnsinnige nicht ein wahnsinnig überzeugender Simulant ist?
Das Simulakrum hat das abwesende Objekt der Welt, Gegenstand des Verlustes, ersetzt, zentral besetzt. Eskapismus in Privatprache, die nur für den Betroffenen selbst völkisches oder nationales oder heimatliches Idiom ist, ohne daß sie deshalb für Ausländer vollkommen mißverständlich sein müßte. So wird Totes für lebendig erklärt, für lebendig befunden. Die Religionen, Kulte und Traditionen funktionieren nicht anders. Das Kind, der Naive, der Wahnsinnige verstehen die Symbole wortwörtlich, vielleicht extrem eigensinnig, aber bar jeder Ironie, diesem Symptom von Differenz, Lebensklugheit und Melancholie. Bevor er eines Besseren belehrt wird, hat jeder Illusionen. Irrer Romantizismus vs. Resignation. Das Leben selbst ist in seinen intensivsten Zuständen Wahnsinn. Normal ist der Tod bei lebendigem Leib, normal ist die konformierte Gesellschaft, normal ist die Psychoanalyse gegenüber dem Unbehagen in der Kultur. Normal sind letztlich harmlose (private, kontrollierbare) oder gemeingefährliche (kollektive, unkontrollierbare) Formen des Wahnsinns. Transformator von erster zu zweiter Kategorie ist sprachliches Bewußtsein bzw. Bewußtsein der Sprache, welche im Innersten ihrer zahllosen Emanationen immer nur eine existentiell-intellektuelle Botschaft verkündet: Den Tod Gottes, das alles verschlingende Loch im Mantel der Schöpfung, den unverständlichen und daher unwiderstehlichen Gesang der Sirenen, der ihm permanent aus- und abbrechend, entsteigt.
*
Rap von der Rampe
Du dumme Fotze.
Ich breche, ich kotze.
Du miese Ratte.
Fühl meine Latte.
Eh du Schlampe.
Geh über die Rampe.
Hör auf zu jammern,
oder ich tu dich umklammern.
Hör auf zu winseln.
Ich tu dich bepinseln.
Ich sach dir, sei still,
oder ich kill.
Ich weite dein Loch
und pass auf, ich stoch
dir glühende Eisen
in die Schneisen.
Ich fick dir ins Maul.
Vom Paulus zum Saul.
Jetzt gehse pofen.
Ich steck dich inn Ofen.
*
Black Bag Blues
Wild West Worldwide,
so bad, so bright.
The antidote.
Pull overhead your pretty coat.
Above your head
a plasticbag.
You' re a pretty
neutral drag.
I' m kind of queer.
I' d like to stir
this thing into
your narrow hole,
my most deceited,
my most defeated
sacred goal.
Rock' n' Roll,
Fuck' n' Crawl
ing beyond
feeling,
wouldn' t seem
so appealing
without
this bag
above your head,
my pretty pretty
neutral drag.
Wild West Worlwide
with buns so tight
and a deep throat,
in which I'm likely to explode.
Don' t want
to look
you in the eye.
Don't need
to ask
for reasons why
I love your ugly
smelling thing.
I' ll stretch your buns
to make them ring.
I love your swollen
purple lips.
I' ll stretch
your mouth
to make
them fit.
Prefer to treat
you as a thing.
Await the final
fucking sting.
Await the final
fucking strangle,
to hard for anyone,
except for me,
to handle.
l´ll be a gallow
for your soul.
I' ll push it
right into
your hole,
my pretty pretty
neutral drag.
Above your head
a plasticbag.
Wild West Worldwide.
A total lack of any pride.
Devote a truly heavy quote
to you to get torn like some goat.
Don' t need no light.
Just long for night.
D' you like to get
rid of this vision?
Become a member
of the black division.
You' re my love
now without face.
Obey, I am
your masterrace.
Suck pleasures
from your dirty hole.
I eat your most deceited ,
your most decreated
sacred soul.
Rock' n' Roll,
Fuck' n' Crawl
ing beyond
feeling
wouldn' t seem
so appealing
without
this bag above your head,
my pretty pretty
neutral drag.
Wild West Worldwide.
Here comes the bride.
She stiffens like a toad,
instantly hit flat on the road.
I want you to
get soundly hurt.
Let' s mix together
sperm and dirt.
The very last breath
is a shit.
Let' s finally get
truly rid
with this,
with a bag
above your head,
my pretty pretty
neutral drag.
Wild West Worldwide.
Prepare to ride.
Swing to that magic note.
Dernier cri à la mode.
*
Gelbsucht
Häßlich
wie ein Mongole.
Leck Titten am PC.
Spei drauf!
Spei auf die Konsole.
Hepatitis B.
Häßlich
wie ein Mongole.
Lutsch Pimmel im WC.
Spei drauf!
Spei auf die Konsole.
Hepatitis C.
Häßlich
wie ein Mongole.
Friss Fritten im IC.
Spei drauf!
Spei auf die Konsole.
Hepatitis D.
*
You' re so sweet.
You' re so beat.
You look so slick.
You look so sick.
You surely must' ve
been fucked.
All your veins
are sucked
and emptied
out of blood.
Your body' s filled
with mud.
Your ass is tight.
You look upright.
You' re something
like a queen.
You' ve consumed
much to much
of kerosin.
There's a stain
on your lung
and you' re some
kind of drunk.
Your face looks
so thin.
There' s blood
on your skin.
There' s blood
on your dress,
after the fatal caress
of glass,
of glass from the glasses,
which softly caresses
your flesh
with a flash of light,
through a slip of white,
through a rip so bridely,
stinging like a prick tonight,
stinging like a prick too nightly.
You' re so sweet.
You' re so beat.
You look so slick.
You look so sick.
You surely must' ve
been fucked.
All your veins
are sucked
and emptied
out of blood.
Your body' s
filled with mud.
*
Stilleben in Schwarz-Rot-Gold
Deine Organe im Querschnitt
einer ewigen Röntgenaufnahme,
aus der der große Bruder tritt.
Schwarze Blätter, Stengel und Same.
Aufgerissen und vergewaltigt wie
vom Stoff einer vorsätzlich unbequem
und stahlkorsettartiger nie
gestalteten Goldhelmmaske aus Lehm.
Ein letzter Modenschrei schneidet
ins Fleisch und saugt artifiziell
Blut/Geld. Ein Gerichtsvollzieher kreidet
den Kopfpreis ins Datenbankzeremoniell.
Im Ansturm von Schweiß und Sonne
legt man deinen Körper unters Blutgerüst,
der allgemeinen Dumpfheit zur Wonne,
deine Knochen dem Blutacker zum Gelüst.
*
I' m filled with shame.
Please strike me lame.
Please strike me blind.
Leave me behind.
As you please.
Taste one from these
pieces of peace.
Cadavre exquis.
I am to blame.
Held you to frame.
Held you to bind
the undefined.
As you please.
Taste of disease.
Let' s now squeeze
cadavre exquis.
Before I came,
you were the same.
You were the kind
without a mind.
As you please.
Tear out the teeth
of your nephew, your niece,
one cadavre exquis.
What was my aim?
Just ran for faim.
Just ran to find
the sacred hind.
As you please.
Time to seize.
Let' s now freeze
cadavre exquis.
*
Belgisch Blau Blues
Zartes Fleisch schmeckt gut.
Macht keine Mätzchen,
meine Kätzchen.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Kleine Schweinchen mit zartrosa Vötzchen.
Ins Internet die Möse
für Wölfe, groß und böse.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Meine Freunde wollen Spaß.
Meine Freunde steigen über dich.
Das zerreißt dich sicherlich.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Für den Schwarzmarkt ausgeweidet.
Die jungen Organe entnommen.
Ihr meine Lieben werdet nicht entkommen.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Verriegel die Türen
hinter den Knaben.
Lass sie bei Brot und Wasser darben.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Abrasiert die Haare.
Kahlrasiert die Schädeln
von den Mädeln.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Ab in den Orkus.
Ab in den Keller.
Drecksbalg stirb schneller.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
Kinderaugen schauen mich an.
Kinderaugen gehen hinüber.
Ab die Rübe, ab der Rüber.
Ich sehe gern wie Kinder sterben.
*
Pierrot lunaire
Wish to be a burning rocket,
shooting straight to moon or mars.
Wish to be a flying crockett,
cultivating district ars.
Ars moriendi, ars vivendi.
Try this stone which tastes like candy.
See the pregnancy of moon.
See it shining at high noon.
Kneel before this spacy crater.
Kneel before your magna mater.
Feel the magma in the matrix.
Feel like Dante and Beatrix.
Wish to be a popping eye,
explorading high in sky.
Wish to be a burning maze,
explorading deep in space.
Hear the rushin of the streaming.
Boys are gleaming.
Girls are creaming.
*
Horror vaqueer
Geil wie der Tod.
Prall wie das Leben.
Empor streben
Eicheln knallrot.
Schwarzes Loch.
Etwas kroch
ins Hirn.
Etwas bricht
durch die Stirn.
Das Blut stockt
in den Adern
podaler Quadern,
stramm gezockt.
Kopf durch Wand
der Zelle.
Hart am Rand
vor der Stelle.
Ans Portal poch.
Anschwill der Schwanz.
Der Eisenhans
erbebt im Loch.
Hörs in meinem
Blut ächzen.
Spürs deine
Nerven zerfetzen.
Samenstränge,
schießt ausm Gleis!
Platzt auf im Steiß
explodierender Enge!
Spuck aus , was in dir
tobt, hurt, mordet!
Spuck aus, was in dir
Kakophonien akkordet!
*
Hypochondrische Dandies
fressen psychopharmazeutische Candys.
Hypochondrische Dandies,
starrend aus Fenstern,
hypochondrische Dandies
ähneln Gespenstern.
Aasfresser.
Konsument.
Kannibale.
Kommunist.
Hypochondrische Dandies
kommunizieren über Handys.
Hypochondrische Dandies,
feinnervig-elegant,
hypochondrische Dandies
sind modisch auf dem letzten Stand.
Aasfresser.
Konsument.
Kannibale.
Kommunist.
Hypochondrische Dandies
kippen metaphysische Brandys.
Hypochondrische Dandies,
resolut und polyglott,
hypochondrische Dandies
verehren nur sich selbst als Gott.
Aasfresser.
Konsument.
Kannibale.
Kommunist.
Hypochondrische Dandies,
Peter Pans und Wendys,
hypochondrische Dandies
leben auf der Kippe.
Hypochondrische Dandies
pfeifen auf Adams letzter Rippe.
Aasfresser.
Konsument.
Kannibale.
Kommunist.
Caravaggio
Der Terror
der Epiphanien,
Tyrannei der
Hierarchien,
verwirft Dekor
in Vergleichen
zu Ornamenten
von Leichen
Mark und Bein
erschütternder
Kommunionen
mörderischerer
Pulsionen in
Strudeln Rem
brandtscher Rudeln
der Wacht, wenn
der Totschläger
beim Tennis
kracht, zerhackt
die Lüge der Reim
die Züge der
Schnecke im
Schleim auf
der Klinge
der Klänge
in Länge
der Fänge
an der Scheide
der Geister,
die zerfetzt
die Konturen
der Uhren
der Meister
zu Kleister.
*
"Enfant, certain ciels ont affiné mon optique"
Rimbaud
Der Spielplatz am Abend,
hinter den grauen Hecken,
Sandgruben,
Kinderschaukeln vor grünen dicken Hecken;
der breite Weg, umgeben von dichten Büschen,
dahinter hellbraune Affenkäfige mit
kreischenden Affen;
ockerner hellbrauner Sand,
violette Schaukeln vor wilden Blumen -
hoch ausschwingende Schaukeln an
diesigen Sommerabenden vor saftigen
Hecken -
grüne dichte Drachenwiesen,
Strohvogelscheuchen aus Kornblumen-
gebälk, neben dem parallel zum Wald-
rand laufenden Weg -
(Hysterisches Nachmittagspanoptikum -
wahnsinnige Welt hinter der Kulisse des Parks,
unbestimmbares graues Licht).
*
Der Bote des Kardinals liegt niedergestochen in den Gassen von Calais. Madame Bonacieux verschwand
spurlos im schwarzen Schönheitspflaster der Gräfin De Winter. Ihr ehemaliger Gatte, der Musketier Athos, überantwortet sie dem Henker.
Zur Audienz beim Kardinal trägt der Debütant D' Artagnan die Uniform der Musketiere. Weißes Kreuz
auf rotem Umhang.
Der Kardinal in der Robe des roten Todes macht gute Miene zum bösen Spiel.
D'ARTAGNAN FEHLEN DIE WORTE,
denn er war der in den Gassen von Calais niedergestochene Bote, er war Athos, der die Gräfin dem Henker überantwortete und er war D' Artagnan, der Retter der Königin.
Die Königin war der Kardinal. Der Kardinal war die Gräfin. Die Gräfin war die Madame.
Die gelehrte Musik fehlt unserer Sehnsucht
EIN FÜR ALLEMAL.
*
Nacht. Ensemble weißer quaderförmiger Gebäude. Über dem dunklen
Portal eines Kinos verkündet eine weiße Neonanzeigetafel:
DER TOD IST EIN
FAHLER STERN
*
Er gedenkt der rotgoldenen Sommertage seiner Jugend, da er diese Wege hinabschritt.
Nun wirft das Zwielicht aus der unendlichen Ferne seine Strahlen über den hereinbrechenden Abend. Melancholische Sehnsucht ist in den Straßen der Einsamkeit.
Zwischen den verzierten Häusern lehnt das Haupt des liegenden Verlassenen gegen eine Wand. Die
Vision der Meduse erscheint neben dem fahlen Antlitz, - im weißen Licht des schwindenden Tages.
*
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Hel (Schwester Nr. 1), Maria (Schwester Nr. 2)
..........................O I wished I could fly...........................
Sonnengereift wie Marocorangen. Traurige Hundeaugen.
Ein ganzer Kerl dank Chappi.
JAKOBS KRÖNUNG Ein ziehendes Gefühl in den Eingeweiden.
Das Zimmer versinkt in der weiten leeren Schwärze des Oktoberabends.
Seit der Fleischwerdung nagt der Geist Ein nächtliches Zimmer. Die Kindheitsgebete
am Hungertuch, an dem Pilatus seine kommen näher - Vision der Mutter ... Stehen
blutigen Hände trocknet. WAS ICH GE vorm nackten Fenster - Melancholie wie ein
SCHRIEBEN HABE, HABE ICH GESCHRIE- Glorienschein ...
BEN. CHRISTI BLUT UND GERECHTIGKEIT,
DAS IST MEIN SCHMUCK UND EHRENKLEID,
DAMIT WERD ICH VOR GOTT BESTEHEN,
WENN ICH ZUM HIMMEL WERD EINGEHEN.
Wo immer das öffentliche Auge das rote oder Mit einem Strick um den Hals aus einer Haus-
weiße Tuch wirft, entziffert eine verschüttete öffnung in einen winkligen tiefen Hinterhof
Trümmerfrau die Rufnummer. DEUTSCHLAND, stürzen in die diesige Frische eines unberühr-
DEUTSCHLAND ÜBER ALLES ... ten weißen grauenden Morgens.
ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL VON DIESER DRECKSSTADT!
"Was sagste zu meinem neuen Hund?"
"Mistköter!"
*
I did love you once,
doch nun sind die Straßen
düsterer Barock,
obwohl die Sonne scheint
am Samstagnachmittag.
Schwarze, hohe, hölzerne Häuser,
schmale Gassen bildend
unter dem weiten blauen Himmel,
weit wie die grüne Ebene
vor der dunklen Ruinenstadt.
Über die westlichen Häuser
sinkt die fahle Dämmerung
des Vorfrühlings wie ein Tuch.
*
Massenveranstaltung auf einem öffentlichen Platz. Der Redner fordert dazu auf, die Plakate,
die in diesem Moment hochgehalten werden, laut zu lesen. Auf ihnen steht in Majuskeln:
WELTKRIEG. Die Menge verläuft sich, "Weltkrieg" murmelnd über das Gelände.
*
Es sind die dunklen Stunden des Morgens. Bellende Hunde und die Ahnung der Dämmerung
in den Vorhängen. Eine goldene Posaune erscheint in einem schmalen, schwarzen Schrein
vor der dunklen Wand des Zimmers.
Ein sehr sanfter Morgen, an dem die Erinnerung an das Geschöpf, von dem ich einst getrennt
wurde, in mir erwacht. Hundegebell und leichter Wind in den Zweigen. Deine schneeweiße
Haut und deine flammenden Haare.
*
Stagnation des Lichts über den Betriebshöfen des Todes ... Baumwipfel
durchstrahlt vom Licht des Jenseits ... Tödliche Melancholie (Gottes gestrenger
Blick im Gartenarbeitergesicht, Feierabend) ... WHITE LIGHT WHITE HEAT
*
Eine kleine Nachtmusik
Nach der Orgie
geht das Leben
weiter im
klaren Licht
des Bewußtseins.
Der Mensch
bei Tag
ist ein anderer
als der
bei Nacht.
Die scharfen
Kanten des
Klassizismus
schneiden die
romantische
Schlamperei in
prismatische
Brechungen
eines Kalei
doskops.
Schau in
die Röhren
des Alls
auf das
ewige
Sternbild
der Schande
und der
Schmach
rasiermesser
scharfer Sicheln,
die sticheln
und Blut lecken
aus Sonnenflecken,
und Fleisch
ansetzen
aus Fetzen,
und das
unbeschreibliche
Treffen im
Mastdarm,
als der Mast kam
ins Schlingern,
gekrönt vom
allzumenschlichen
Exkrement
im düsteren
alchemistischen
Ritual der
120 Tage
geteilt durch
6 6 6
Tag und
Nachtgleichen
der schönen Leichen
saturnischer
Blindschleichen
mozartischer
Provenienz.
Die Musik der Sphären,
schön wie der Tod.
Schön wie das Begehren,
das Begehren nach Rot.
Goldene Schüße aus goldenen Nadeln im goldenen Osten, Westen, Süden, Norden klingen wie Musik in den Ohren der Van Goghs
The great beast
Die Spiegelfresse
hat den Mond
verschluckt.
Der Stechapfel
zeichnet rote Linien
ins Kristall der Augen.
Vom Weihnachtsbaum
dekoriert mit Dessous
tropft blutiger Schnee.
"Neófito, nao há morte"
Fernando Pessoa
Grabmal
Allegorisch spricht schamlos
romanische Seele Orgien der
Ohnmacht in den Abend der
Landschaft. Verstört erlischt
lateinischer Geist mürbe und
weich. Der Innenschau zer
brechendes Werkzeug sieht
Blumen zur Nacht. Demütigen
Mediums verreckte Erinnerung
im Jetzt grell bescheint. Seltsam
ste Ambivalenz eines Testaments
ewiger Wiederkehr in gelehrter
Verschwendung. Alchimisten
knecht, maskiert hinter Masken.
Den Bacchantinnen zum Trotz
weiht Blut Zerreißendes zum Stein.
Apocalypse des Österreichers
Der Artefakt, das Fossil, der Totschläger, der Flammenwerfer sind harmlos an den Wänden, wenn der Blick sich nicht mehr entzündet und an Nägeln, Fingern, Galgen hängend in abgründige Schlafräume fällt.
Rote Alchimistenhände in abendlicher Beleuchtung spritzen Blut und saugen Feuer.
Wenn der Schein nicht mehr trügt, geht kein Lied mehr aus den Kristallen der Digitaluhren.
Die Steinzeit ist vorbei. Ein Geologe steht vor dem Nichts seiner Profession. Das Ende für die Chemie, die Operationen am offenen Herzen, die Zahnärzte und verkalkten Juristen.
Alle Menschen gehen nackt in der Hitze brennender Städte und glühender Geschlechtsmerkmale.
Bis zur Vergasung am Ushermittwoch
Diktionen seiner
Epochen
schlangen sich
um Landschaften
der Seele,
verstrickt
in Gewebe
von Kostümen,
die im Wachstum
der Keimzellen
wie Eierschalen
entrinnender
Genien
platzten.
Wann aber
sind wir
gekleidet fürs
fotofinish vorm
schwarzen Samt
des Katafalks
gottgleich
im Brennpunkt
weißglühender
Palimpseste
zum Himmel
stinkender
pyramidaler
Paläste
aus Fleisch
?