Unio mystica

                                                                                                                                                        für Erdogan Yildirim

 

Der schreibt substanziell, der die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, und das Abendmahl hochwürgt. (Der Stoffwechsel produziert diverse Drogeneffekte. Kokain megalomaner Ignoranz, Heroin beflissener Stubenhockerei, Mescalin 40 gradigen Fiebers zeichnen die Immatrikulationsberechtigung zur Hochschule der Kadaver.)

Entziffer die Schrift sublimer Tobsuchtsanfälle wie ein Selbstmörder seinen Steckbrief im Abendblatt und verfass einen Leserbrief, um die Belohnung zu kassieren und das Gericht  zu verklagen. Yasasin asasin Ismail Enver Pascha, al-'Baghdadi, bin Laden oder Löschen, das ist hier die Frage des koscheren Tablets. Allahu akbar!

 

Ali Mulumulu, Friede sei mit ihm, sagte: "Du bist kein Muslim, Du hast nicht das Recht, so witzig zu sein! Wenn du provozieren willst, dann nimm   Jesus!"                                  - "Um Himmels Willen! Das ist doch immer die gleiche west-östliche Sauce unter, auf und über, vor, während und nach, deines, meinens, seinens, Goethes Diwan!"

 

Allah ist groß, Allah ist mächtig; arbeitslos und ein meter sechzig. (Volksmund)

 

In den Randbezirken der erfaßten Welt kocht der Hexenkessel über.

 

                                                                                                                                         In Gottes Hand Shut up   IM MANUEL CUNT

 

Avantgardistische Häute dämonischer Bräute

Nihilistischer Wahn. I can`t see neither hands nor faces in your mind. War Fotografie früher aussagekräftiger, als man Kinder oder sonstige "schöne Seelen" in die Platten bannte? (Fotografen = tendenziell pädophile Rattenfänger; die Objekte ihrer Willkür: psychologisch scharfschnittig in Schwarz-Weiß oder illusionistisch zerfließend in Farbe.) Und: Hapert die neuste Technik oder sind bloß die Motive ausgelaugt? Der Mythos des Posthistoire. Gursky sagt mir soviel oder sowenig wie Rubens oder Richter. Impressionismus der Betuchten, Expressionismus der Verfluchten. Rembrandt, WOLS, Strindbergs Skogsnuvismus, E. Jüngers Kriegstagebücher erster und zweiter Hand, Carravaggios letztes Bild, Klimts Pallas Athene. Aus dem anywhere out off the world schWELLEN erstickte Schreie die Firnisschichten.                  

 

                                                                              *

 

 

  Lieber Vincent,

      laß uns gehen, wohin der Pfeffer wächst, das Plastik, der Peyotl. Das ewige KZ fluoresziert stärker in den Augen Prechts als in denen Patrolinis. Alter Egos vollziehen Akte erotischer Androgynie in viagrer Dämmerung. Der Supersommer verdreht den tollen Jungs in Olympia, Guantanamo, Babylon die Köpfe. Amen Bruder! Wir sehen uns im Louvre, am letzten Besuchstag, wenn die Leinwände reißen und Courbet blutet!

                     Gauguin

 

                                                  

                                                       *

 

                                                                                                                    "le lieu et la formule"

                                                                                                                                      Rimbaud

 

Allegorie entrückt Aussagen in die idealisierte Zeitlosigkeit des Neutrums. Konkurrierender Kontrast: Transzendenzloser opaker Naturalismus historischer Impressionen. Dessen Formalismus ausschnitthafter Beschränkung relativiert seinerseits ins symbolhaft Allegorische. Bei dialektischer Osmose beider Perspektiven explodiert die Historie der Historie transsubstantiell, indem der Herr der Ringe als Zarathustra, dem Sprecher/Visionär zwischen Hosiana und Kreuzigung das Maul stopft. ARS VIVENDI, ARS MORIENDI. TRY THIS STONE WHICH TASTES LIKE CANDY. Wer aber spricht, jenseits banaler Information, aus dem hohlen Pathos der Sprache im Sprecher, wenn nicht der hoffnungslos durchgeknallte Weltgeist höchstselbst?! Picasso never did das  absolute Bild, imstande, die Sterne der Größenordnung Velazquez, Rembrandt, Greco verblassen zu lassen. 1 Bild ist 1000 Worte weit und vice versa: Rimbaud, Trakl, Celans KZoperette "Todesfuge"  detonieren beispielhaft die Welt zum Schweigen. (Kann Selbstmord eine Lösung sein in einem Universum des Selbstmords, in dem das Phänomen weder in horizontaler noch in vertikaler Hinsicht hinreichend definiert werden kann?) 

 

Wenn das Mündungsfeuer die Trinität der 3 Affen zur letztmöglichen autosuggestiven Gestalt der Psychoanalyse gerinnen läßt, ist Ruhe im Karton

 

 

 

 

bzw.

 

 

nervöser als Barthes (Was begrenzt die Darstellung?"*) stellt W.P. Blattys " Exorzist" die fundamentale Tendenz der seit Freud psychoanalytisch grundierten  Kultur zur Debatte: Wie willkürlich ist die Assoziationskette? Der Assoziationsprozeß setzt ein, sobald die Oberfläche durchbrochen ist, die oberflächliche Darstellung, deren Prinzip IMITATIO DEI ad acta de profundis im immer heller illuminierten Kaput kapiert, wenn ab ...

 

Neurotische Verstrickung in den Messiwust des irreparablen (?) Vorstellungswerts, Ideals, Kanons ist die Geschichte der Philosophie im Ontologischen, der Psychologie im Sozialen. Das Ideal von gestern spukt weiter. (Unbewußt bewußt bei Miro und E. Fuchs, bewußt ignoriert oder nicht; bewußt bewußt bei Bacon und G. Richter, kläglich vom "totalen Bild" träumend.) Die Schablone ist verbogen, doch die Formgesetze beanspruchen ewige Gültigkeit.

(Der Unterschied zu dem, was unbewußt ist zu dem, was bewußt bewußt wird, ist fundamental politisch. EXPRESSIONISMUS DER VERFLUCHTEN. IMPRESSIONISMUS DER BETUCH*TEN.)

 

Autor und Leser (rspkt. Bild und Betrachter, rspkt. Ultraschall und Bauchdecke)  sind, z.B. nach Borges, austauschbar, denn jeder Autor ist Leser, Lektor; jeder Betrachter im kritischen Zustand; jedes Aufhören Einsatz, jedes Abhören Aussatz, früher oder später im Früher, das dahinschwindet mit dem Enden der letzten, immer schmaler werdenden Oeuvres dessen, was man gelesen, gesehen, explodiert haben muß, zu wissen, was die Stunde schlägt.

 

* Roland Barthes, "Über mich selbst"

** Zoom

                                                                              *

 

                              "Wehe dem, der von der Tora sagt, daß sie wörtlich Geschichten erzählt"
                                                                                                                                                      Sohar

 

Was man alles nicht mehr sagen kann, davon muß man schweigen. Was man alles nicht mehr sagen darf, bestimmt das Grundgesetz, Sanctuarium der Menschenwürde tierisch ernst für dumm Verkaufter. Karikatur als blinder Fleck ist eine sekundäre Kunst, die mit dem Monotheismus Ernst macht. GOTT IST SCHROTT, ALLAH ALLAH BALLA BALLA, AMOKBUDDHA HEIM ZU MUDDA, JE SU IS IS CHARLY, WISCHNU, SCHIWA, KRISHNA, KALI. Zeitgeistphänomene - Türkischer Möchtegernjude mit Hakenkreuztatoo schielt nach Griechenland, Wiege der Demokratie und der Tragödie. Nietzsches Bumerang verspitzt sich stilistisch ins Auge des Black-Outs, und Antigone Medeas Cocktails stinken aus dem Nähkästchen: Bin ich schwatzhafte Sirene, die naiv Geheimnisse ihrer Zunft ausplaudert? Oder eher Verkäuferin eines Supermarktes, die an Wühltischen heiße Ware verramscht? Sie haben eine Reklamation? Bedaure, meine Verkaufstätigkeit gehört der Vergangenheit an, und jetzt dirigiere ich die Kundschaft zum Notausgang, weil das Gebäude in hellen Flammen steht. Mein, normalerweise nicht leicht entzifferbares Namenschild, -Errungenschaft unserer Gewerkschaft-, ist jetzt deutlich sichtbar. Sie gestatten "Skylla". Der Name des Kaufhauses lautet selbstverständlich "Charybdis". Für weitere Fragen wenden sie sich bitte direkt an die Geschäftsleitung!

 

                                                                            *

 

Besessen von der Suche nach einem Gral, von dem keine letztgültige Vorstellung besteht, noch bestehen kann, weil dann redundant-tautologisch; (dennoch überstrahlt das Gesicht der Gestalt im Abseits der Gewalt jede Begründung) stellt Sein sein Sein auf ein Nichts, das es im allgemeinen weitgefassten Abstrakten, vielleicht aber auch, wie Impressionen, Expressionen, Depressionen der Bio-Neurologie nahelegen, im Infinitesemal-Fatal-Fraktal mikrobischer Schallwellen determiniert.

 

Hitlers Fairness: Jeder ihm Hörige hätte das kleingedruckte Programm der Verschaukelung in seiner heiligen Schrift lesen können. Nichts wird so heiß gegessen, wie es ausgekocht wird als Dilemma Alpha-Beta-Irisierter.

 

Am Rand der Stadt auf der Trümmerhalde der Schädelstätte würfeln die Legionäre um das Gewand des Königs der Juden.

 

*

 

Nach Hegel geriert sich absolutistischer Gottesstaat wie auch jede andere Öffentlichkeit als Jungfrau mit der Sonne bekleidet, angeschmiegt dem Tod und seinen Reflektoren kosmischer Strahlung.

 

atHome. Zauberlehrlingen springt ein gespaltenes Haar aus der Hand in 1000 Stücke. Neue Schlaumeier lesen die Fragmente auf und verkünden Halbgebildeten von Gestellen herab Evangelien.

 

König Karneval. Welcher Köter würde angesichts der Apparate, menstruelle Wunde Freudscher Kastration oder instrumentelle Stunde Kafkascher Konzentration, Nase, Kopf und Kragen  riskieren?

 

Sonnenanus. Das Aufziehen des Vorhangs, bedruckt mit Motiven von a.d., offenbart epileptisch zuckende Polizysten als mutmaßlichen Ursprung der "sexuellen Ungeschicklichkeit Gottes" (Antonin Artaud). DREH DICH UM, BITCH!

 

 

 

Im Ausnahmezustand um last chance 's latest second Ringende. Picasso konnte immer x-beliebig, Van Gogh oft über seine Verhältnisse, Velazquez und Toyen, wenn Komposition der Konvention sich zu Apotheosen von Eroten herabließ. Nuancen der Tiefenschärfe: Nur du und ich und das Vakuum ad infinitum ad infernum ad inferiorum. Salomons oder Caligulas "Diesen Kuß der ganzen Welt!". Fassungslos steht das jüngste Gericht vor dem deutschspanischen Gesamtkunstwerk (Guernica), während der magernde Rattenschwanz der Reserve an epigonalem Naturalismus nagt. Zeitgenössischer Ikonoklasmus schleift leicht babylonische Tore, schwerlicher myriadenfach refraktierende babylonische Türme  in AugURen geblendeter Orakel. SIC TRANSIT GLORIA MUNDI, SIC TRANSIT POPOLO BURUNDI. Dulce et decorum est pro paria mori.

 

                                                                                             "Das ist kein Kinderspielzeug!"


Theorie der Drohung

Die Conditio humana geht über die Klinge der Klänge. Die Korrektur der Kontur kauft den Schneid ab. Anderweitig schreibt die Mystik des Obskurantismus rote Zahlen. V-Effekt der Bewegungsmontage, die am Gesicht zehrt und Kirchen in Hochgeschwindigkeitsdingsdas verfrachtet. Chor der Zauberlehrlinge: "Niederknien vor diesen Altären! Feuer vom Himmel auf alle Ungläubigen!"

Am Ende bleiben                                                                                    Den jungen Wein

nur die Augen                                                                                      der heiligen Messe!

für Aladin zu reiben,                                                                       Euch den Pflasterstein

daß sie saugen                                                                                                in die Fresse!

 

Adaptierte Überzeugungen?                                                                       ihn in spirituelle

Nihil, Nada, Nix!                                                                                       Himmelsschächte,

Ist die Litanei erklungen,                                                                                   menstruelle 

sind sie bloß Gewichs!                                                                                              Prächte

 

ohne Grund und                                                                                             Orgelpfeifen

ohne Boden.                                                                                                    gellen schrill

Der Höllenhund                                                                                     wie Gummireifen

kriegt dicke Hoden,                                                                                 im finalen Thrill!

 

Schön sind nur Stimmen                                                                     die irritiert glotzen,

von Todgeweihten;                                                                                   bevor sie platzen

abends verglimmen                                                                   bei diesem Anblick: Fotzen

die Verbleiten.                                                                             im Spiegel ziehen Fratzen.

 

 

*

 

Alles, was atmet, steigt zur Verschleierung der rohen Fakten aus der Gehenna. Ende der Debatte vor der Planke, über die der ominöse Kapitän oder seine angeblichen Stellvertreter traditionell die Kandidaten zur Befriedigung der ungeheuren See treiben. "Raustreten zum jüngsten Gericht, Kanaillen!" "Nicht diese Töne!" entgegnet der Delinquent, den besenbewehrten Golem im Nacken. "Hinter uns stehen Millionen, und  da bis dato ungeklärt ist, ob bei den Spielen der Katarozeken Sieger oder Besiegte den Göttern geopfert ..." (Stile kreuzen sich wie imaginäre Laserklingen; Tragödie als Farce.).

 

 

Wort zum Sonntag

Die Lakonik der Litanei überzieht das Grauen

mit einer Patina von Verständnis,

als könnte sie

den Geschundenen

gerecht werden.

 

 

Auch wenn Jerzy Kosinski

("Steps"/"Aus den Feuern") zufolge

die Effizienzideologie des

"Form follows function"

in den Todeslagern der Nazis

in Reinkultur

kristallisierte, 

kann der unter Faschismus,

Sozialismus, Kapitalismus fungierende

Verwaltungsapparat toter Seelen

sehr wohl ad inf. um

das menschliche Antlitz

einer ästhetischen Dimension

bemüht gewesen

sein,

 wie Speer, Ceausescu, Celans Todesfuge

wie auch jedes beliebige Reklamebild

hinreichend zu verdeutlichen scheinen.

 

Eine Akte indes

kann man guten Gewissens

nur über sich selbst anlegen und

seinen letzten Willen erklären nur in

der Fiktion eines Nekrologs

synonym dem Altruismus

einer Passion,

ohne die niemand leben kann

ohne zu sterben.

 

Der Vorhang des Horizonts öffnet sich

und wir fallen

Woche um Woche

und Blatt für Blatt

vom Kalender

transzendentaler Sonntage

bis zum utopischen letzten

der Apocalypse,

an die im Ernst

keiner glauben mag,

da sie sich ohnehin

permanent privat

wiederholt, als würde

 der Mensch nicht auf den Affen

rekurrieren wie der Affe auf die Amöbe

und die Amöbe auf die kabbalistische Metapher.

 

 

Ich aber lehre euch den

 

Über

flüssigen

Menschen

 

 Nach Shakespeare

  "Ach schmölze doch

    dies allzu feste Fleisch ..."*

 

Der Pomp existiert

reduziert auf

das Spätwerk

von diesem

Götterliebling

und jenem

Ludwig V.

und dem Kabel

um den Hals

von Rud

olph

Moos

ham

mer.

 

* ..., zerging und löst in einem Tau sich auf"

"Erstaunlich, wie schön hier die Polizei war" (Jean Genet, "Querelle de Brest"), 25.April 2014, 17.30 Uhr, Essen Holsterhausen
"Erstaunlich, wie schön hier die Polizei war" (Jean Genet, "Querelle de Brest"), 25.April 2014, 17.30 Uhr, Essen Holsterhausen

                                                                                               für Karl Popper

Totem und Tabu

Unglück mein Gott, Aufersteht erneut aus Schrott! Faulheit meine Muse, Mamma Mimmi Mummu Meduse!

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Heuchler! Ich bestehe auf meine vollständige Exklusion aus Ihrer ehrenwerten Gesellschaft! Entstammen Korruption und Machtwille vieler Ihresgleichen, die am eigenen Leib zu erfahren ich reichlich Gelegenheit hatte, purem Instinkt oder dem schlechten pädagogischen Beispiel einer verkorksten Erzeugergeneration? Das betroffen tuende und in der Hauptsache gänzlich abstrakt bleibende öffentliche und sentimentale Krokodilsgeflenne von Ihnen und ihresgleichen angesichts der Opfer von jeder xbeliebigen hunanitären Katastrophe erscheint mir, um das mindeste zu sagen, als äußerst fragwürdig! Als wenn, realistisch betrachtet, und unter Berücksichtigung der bisherigen Sozialgeschichte der Menschheit,  nicht wenigstens 85% jeder beliebigen Opfergruppe mit der Gruppe der jeweils verantwortlichen Täter austauschbar wäre, und folglich ihr, auf den ersten Blick zweifellos schockierend wirkendes, Schicksal nicht redlich verdient hätte! Für die paar reinen Seelen unter den Opfern, die es geben mag, die es geben muß, und denen man auch mit bestem bösestem Willen nichts ankreiden können wird, tut es mir leid, denn sie stehen für die Idee der Unschuld, die nicht von dieser Welt ist, und die einzig und allein dafür geschaffen scheint, als Kontrastmittel die abgrundtiefe Verworfenheit aller irdischen Verhältnisse aufzuweisen! Wie könnten wir, die wir nicht an ihrer Stelle sind, und sie daher zweifellos auf dem Gewissen haben, uns anmaßen, über irgendjemanden außer uns selbst den Stab zu brechen! (Der Idealismus derjenigen, die sich wie der heilige Franz* nicht länger die Finger schmutzig machen wollen, und lieber in den Hungerstreik treten, mag ehrenwert sein, weil er den Protest bis zur Selbstaufgabe steigert,  vermag aber, da er immer bloß ein singuläres und immaterielles Zeichen bleiben wird, nicht im Geringsten die Höllenmaschine der materiellen Gegebenheiten in ihrer Rotation zu beeinträchtigen!) Jede Sekunde vergewaltigt die vorherige, und jede Generation die ihr nachfolgende. Seitdem die erbarmungslose und maschinelle Beschaffenheit der Welt sich unwiderleglich unserem moralischen Empfinden eingeprägt hat, verbietet sich jedes besitzanzeigende Fürwort für die Dinge der außerhalb unserer existierenden Welt. Daß Eigentum Diebstahl ist, wie die sozialistische Lehre, reduziert auf drei Worte, behauptet, wird sich unter moralisch-ethischen Gesichtspunkten zwar kaum widerlegen lassen und kann fast universelle Gültigkeit beanspruchen, gilt jedoch nicht für die Tätowierungen an den Unterarmen der ewigen Juden und/oder Luden. Wie weit erstreckt sich mein Körper und wie tief steht meine Moral? Sein oder Nicht sein, das ist hier die Frage. Versucht nicht, die Gezeichneten für dumm zu verkaufen, denn dann sänke die mystischeWaagschale der Gerechtigkeit, die nur auf negative  Einsätze reagiert, als Hammer des Universums mit ungeheurer Wucht auf euer dann schlagartig anachronistisch gewordenes Haupt herab!

 

Pergamente aus Menschenhaut in Tableaux de Sade. In Gottes Namen Amen!

 

I. Cunt

 

* Kafka

 

                                                             

                                                           "Look at that young man with his tired eyes,

                                                                                                        he believes in magic, he believes in lies"

                                                                                                                                                                           John Cale

 

In Hoffnung auf eine letzte Erektion

Borges bezeichnete Kunst verschiedentlich als Ankündigung einer immerdar ausbleibenden Offenbahrung; Schicksal aller metaphysischen und okkulten Ahnungen. Das Unmögliche = prinzipielle Unmöglichkeit jeder Gewißheit. Sich von Vorsehung begnadet Glaubende (Nietzsche, Artaud, Breton, Burroughs, Napoleon, Hitler etc..) fühlen sich zum Schluß hinters Licht geführt. Negativvariante: Apocalyptischer Katastrophismus á la H. Müller, nichts als ein  frommer Wunsch wie der zigfach von sakraler oder profaner Stelle vorschnell ausgerufene "Tod der Literatur". Von Salinger behaupteter "Aufhörimperativ des Perfekten" als Advocatus diaboli: Lächerliche Vorstellung -Trakl nach "Groddek" als Benn oder Becher, Van Gogh nach seinen späten Bildern als Postkartenmaler.

       *

Lethargisches Fallen tragischer Masken.

         *

Im Bewußtsein, daß diese ihre Lieblingsjünger verzehrt und  andere in Jammergestalten romantischer Ironie bricht,  wie Miro versuchen DIE KUNST  "zu ermorden" oder ... - wenn man den tierischen Ernst der öfter mal von seriösen Fachleuten als "Autosuggestion" verunglimpften Exerzitien der Kunstradikalität abzieht, gibt es, präzise betrachtet, also auf der Höhe der Reflexion out of the body, weder Kunst noch ... - ; da es den durch Vision verblendeten Impuls gab oder gibt, wäre  die menschliche Kultur nichts als ein einziger Irrtum, perverse Ausstülpung eines zufälligen und bedeutungslosen Seins; den aller Orten feststellbaren Tendenzen zur ERSCHLAFFUNG DES WILLENS zum Trotz: Wer wäre fähig, das für bare Münze zu nehmen ohne sich aufzuhängen!

 

                                                                            

Menetekel

Träumen Roboter von elektrischen Schafen, Bohlens von Beethoven, Koons von Tizian? Die Epoche schläft schlecht: PVC und Styropor statt Stuck und Ziegel; vom Aussterben bedrohte Originalschauplätze Lynchs, Bressons, Herzogs. Goethes, von Nietzsche unterstrichene Frage in den Gesprächen mit Eckermann, wozu das Menschenmaterial überhaupt tauge, ausser fürs Drama, heidnischer, in (metrischen) Abständen zu fütternder Moloch. Der industrielle Prozeß stumpft ab, der soziale Konflikt verschärft sich. Religion, die auf politische Dominanz verzichtet, hört auf (sichtbar) zu sein, sinniert der Theologiestudent Zweifel seinsvergessener Schöpfer. Kunst ist nichts, wenn nicht Form, die Schrauben anzieht und das Gehirn ausquetscht wie den Saft aus der Zitrone zur Sichtbarmachung des geheimen Namens: "Bereit gegenzuzeichnen?"

 

 

Miese Graffitis

auf Naturstein,

denaturierter Wein

apocalyptischer

Cities.

Graffitis auf Stahl

und Glas, Abendmahl

strom

"Zum Wohl!"

Phantasmagorisches Gewicht

phantasmatischer Zeichen

im Jugendstilrelikt.

Ein Balken zerbricht.

Präzise erbleichen

Gesichter zum Delikt.